Rocrail – Nachteile


Nachteile und Unstimmigkeiten bei Rocrail

Ungewohnte Handhabung

Das größte Problem das ich mit Rocrail habe ist dass das Bedienkonzept nicht immer dem entspricht was man erwartet. So sind zum Beispiel die Tabellen so gestaltet dass ein Fenster mit Reitern versehen ist, auf dem ersten Reiter „Übersicht“ wählt man das Objekt aus das man bearbeiten möchte, auf den weiteren Reitern findet man dann die Details.

Hier zum Beispiel die Tabelle „Weichen“:

TabelleWeichen

In dieser Liste kann man nun eine Weiche auswählen und alle anderen Reiter enthalten dann die Daten der entsprechenden Weiche. Man kann nur in der Titelleiste erkennen welche Weiche ausgewählt wurde.

TabelleWeichenAllgemein

Das ist etwas gewöhnungsbedürftig – nach Windows-Vorgaben wäre der Auswahlbaum ständig sichtbar und die Reiter neben dem Baum. Mit der Zeit lernt man aber den Umgang mit diesem Konzept.

Ich vermute dass dieses Konzept daher kommt das Rocrail noch aus einer Zeit stammt als die Monitore eher klein waren, denn dieses Layout spart Platz.

Schwerer wiegt dass durch den Auswahl in der „Übersicht“ auch die geänderten Daten ohne Rückfrage überschrieben werden. Erst wenn man auf „Übernehmen“ klickt werden die Daten tatsächlich aktiv. Das hat mich besonders am Anfang extrem viel Zeit gekostet.

Inzwischen ist es nur noch lästig, erfordert aber immer noch viele Klicks und ist unübersichtlich. Das tritt besonders zu Tage wenn man viele Einträge auf einmal ändern muss, so habe ich zum Beispiel einmal alle Schaltzeiten der Weichen abgleichen wollen. Das bedeutete Dutzende Male „Übersicht“ anwählen, Weiche wählen, Reiter „Schnittstelle“ anwählen, ggf. Schaltzeit ändern und „Übernehmen“ drücken, wieder zurück auf „Übersicht“ klicken, nächste Weiche wählen.

Abgesehen von den vielen Klicks ist das auch unübersichtlicher.

Drag-And-Drop mit Mängeln

Seit einigen Versionen öffnet sich beim Editieren des Gleisplanes ein Fenster in dem die verfügbaren Elemente aufgeführt sind. Man kann diese von dort auf den Plan ziehen. Nervig ist aber dass es nicht reicht ein anderes Element anzuwählen und ab da mit diesem zeichnen kann, nein, man muss dieses Element beim ersten Anwählen auf den Plan ziehen sonst platziert man noch einmal das zuletzt angewählte Element.

Mangelnde Informationen bei Fehlern

Einen Fall den ich häufig habe ist dass ich eine Lok fahren lassen will, aber nichts passiert. Im günstigsten Fall erscheint eine Meldung „Kein Ziel für Lok X gefunden“, aber oft passiert einfach gar nichts. Sehr, sehr viel Zeit ging für Fehlersuche verloren, und oft waren es nur triviale Fälle wie „Das ist eine Elektrolok und kein Zielblock ist als elektrifiziert markiert“.

Hier würde ich mir eine Meldung wünschen WARUM die Lok X nicht fährt.

Keine Objektorientierung

Der Hauptgrund warum ich beim Überlegen bin ob ich Rocrail wieder verwerfe ist aber ein organisatorisches Problem. Die meisten Verknüpfungen laufen über textuelle Kennungen. So hat ein Block bei mir zum Beispiel die Kennung „SB04c“ – das war der dritte Teilblock im Gleis 4 des Schattenbahnhofs. Das stammt noch aus der Zeit als ich die Gleise in drei Abschnitte unterteilt hatte.

SchattenBahnhofDreiGruppenAlles baute dann auf diesem Namen auf. Es gab Fahrstraßen „SB04c->WSAuf“ oder „SB04b->SB04c“, Aktionen die diese Fahrstraßen anwählen und schalten, Weichen die dieser Fahrstraße zugeordnet sind usw.

Die Fahrstraßen waren alle automatisch erzeugt und trugen eigentlich den Namen „autogen-[SB04b->SB04c]“ oder etwas Ähnliches. Irgendwann dachte ich es wäre gut so und ich wollte die Fahrstraßen umbenennen, denn wenn sie „autogen-…“ heißen werden sie bei erneuten Durchläufen des Analysers unter Umständen verändert oder gar gelöscht.

Leider sind die Namen der Fahrstraßen an extrem vielen Stellen abgelegt. Jede Weiche die angesteuert wird und jedes Streckenstück das für eine Besetztmeldung die Farbe ändern muss hat die Kennung der Fahrstrasse intern abgespeichert. Ändert man die Kennung werden alle diese Verweise nicht nachgezogen.

Ich habe das dann gelöst indem ich die XML-Datei die den Streckenverlauf enthält in einem Texteditor geöffnet habe und mit „Suchen und Ersetzen“ alle Namen gleichzeitig angepasst habe.

Durch diese Architektur werden nachträgliche Änderungen sehr schwer.

Das stellte ich fest als ich während des Anlagenbaus an den Punkt kam an dem ich feststellte dass mit drei Abstellgruppen die verfügbare Länge pro Zug einfach zu kurz wird. Also beschloss ich die dritte Gruppe zu entfernen.

Zu diesem Zeitpunkt brachen alle Funktionen zusammen. Die Fahrstraßen waren auf die dritte Gruppe ausgerichtet, ein neuer Analyserlauf verband die Auf- und Abfahrten zwar mit der zweiten Gruppe (z.B. SB04b), die alten Fahrstraßen waren aber noch vorhanden und es gab keine Fehlermeldung die darauf hinwies. Außerdem hatte ich viele Schalter eingebaut um Fahrstraßen anzuwählen, diese verwiesen auch noch auf die alten, jetzt falschen Fahrstrassen. Diese musste ich alle händisch anpassen.

Dieses Problem zieht sich leider durch alle Bereiche von Rocrail so dass Änderungen sehr gut geplant werden müssen.

Fazit

Das soll jetzt nicht heißen dass Rocrail schlecht ist, ganz im Gegenteil. Für ein (fast) kostenloses Programm ist es Spitze – aber man sollte eben die Beschränkungen kennen und akzeptieren,

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